Komponist
Fabian Müller (*1964)
ist einer der gefragtesten Schweizer Komponisten seiner Generation. Seine Werke wurden durch grosse Musiker unserer Zeit, wie David Zinman, Andris Nelsons, Sir Roger Norrington, Andrey Boreyko, Christopher Hogwood, Steven Isserlis oder Antonio Meneses uraufgeführt und erklangen in den renommierten Sälen der Welt wie der Carnegie Hall in New York, der Tonhalle Zürich, dem KKL Luzern, der Philharmonie St. Petersburg oder der Beethoven Liederhalle in Stuttgart. Auftragswerke schrieb er für das Lucerne Festival, die Interlakner Musikfestwochen oder die Vestfold Festspillene in Norwegen und seine Werke kamen zur Aufführung beim Festival La Chaise Dieux in Frankreich, beim Aspen Music Festival in Colorado oder beim Festival Internacional de Ushuaia in Argentinien. Verschiedene Portrait-CDs eingespielt durch das Philharmonia Orchestra London, das Zürcher Kammerorchester oder das Petersen Quartett Berlin zeugen von seinem vielseitigen Schaffen.
Fabian Müllers Werke schöpfen ganz aus der intuitiven Freiheit. Sie schliessen modernistische Elemente ebenso ein wie traditionelle. Er fühlte sich nie irgendwelchen Schulen oder Glaubenssätzen verpflichtet. Sein Komponieren ist die Entdeckungsreise eines ungebundenen Geistes und verbindet spielerischen Umgang von Traditionellem mit Überraschendem, Unvorhergesehenem.
Aktuelles
Zu seinen aktuellsten Werken gehören «Sirimadi» (2011) für Violoncello und Orchester, ein Auftragswerk und Geschenk der Schweizer Botschaft an das Thailand Philharmonic Orchestra TPO zum 80jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen Schweiz-Thailand, sowie «Dialogues Cellestes» (2009), ein Doppelkonzert für zwei Violoncelli und Orchester für Antonio Meneses und Pi-Chin Chien. Dieses Werk wurde zusammen mit zwei weiteren Orchesterwerken mit dem Royal Philharmonic Orchestra London auf CD eingespielt. Die CD erscheint im Frühling 2013.
Die 2011 von Antonio Meneses in Auftrag gegebene Cello-Sonate Nr. 2 hat ihre Uraufführung im Februar 2013 in Cremona erlebt.
2011 war Fabian Müller «Composer in residence» des Festivals «Cully Classique», in dessen Auftrag ein Trio für Violine, Viola und Klavier mit dem Titel «The mysterious Mr. Harley Quin» entstand. Das Werk erlebte weitere Aufführungen in Berlin (Philharmonie) und in Paris (Les Invalides).
Und im Auftrag des norwegischen Geigers Henning Kraggerud und des Festivals «Vestfold Festspillene» schrieb er 2010 ein Stück für Violine solo, «Munchs Traum(a)», inspiriert durch Edward Munch. Das Stück ist ein Beitrag zur «Munch Suite» zu der 15 Komponisten aus verschiedenen Ländern beigetragen haben. Es erscheint demnächst auf CD.
Für das Carmina Quartett und im Auftrag der Pro Helvetia schrieb Fabian Müller 2010 sein 2. Streichquartett «Das Helvetische», sowie für dasselbe Ensemble kürzlich sein 4. Streichquartett.
Zu den kürzlich entstandenen Werken gehört auch das «Concerto per Klee» für Solocello und Kammerorchester, das durch den Cellisten Steven Isserlis begleitet vom Weinberger Kammerorchester und unter der Leitung von Gábor Takács-Nagy uraufgeführt wurde, das «Weinberger Divertimento», sowie das «Konzert für Orchester» das im Frühling 09 im Rahmen der Klubhauskonzerte und unter der Leitung von Christopher Hogwood in der Schweiz auf Tournee ging.
«Taranis» für grosses Orchester wurde 2008 durch das Berner Symphonieorchester und den Dirigenten Dimitrj Liss uraufgeführt und wurde anfangs 2009 unter der Leitung von Andrey Boreyko auf einer Tournee in sieben deutschen Städten vorgestellt.
Höhepunkte der letzten Jahre
Die Cello-Sonate Nr. 1, die er im Winter 05/06 für seine Frau die Cellistin Pi-Chin Chien geschrieben hat, erlebte die Uraufführung zusammen mit Beatrice Long, Klavier im Frühling 06 in New Jersey. Eine weitere Aufführung fand im Oktober 06 in der Carnegie Hall in New York statt. Im Januar 2006 hat das Zürcher Kammerorchester unter der Leitung von Ruben Gazarian eine CD mit vier aktuellen Werken eingespielt: Zwei neuere Auftragswerke «Lied des Einsamen» für Alt-Saxophon und Streicher für Harry White, das «Konzert für Klavier und Streichorchester» für den Pianisten Adrian Oetiker, «Labyrinth» (entstanden Ende 2004 im Auftrag des Zürcher Kammerorchesters und im Rahmen der USA-Tournee im Oktober 2005 uraufgeführt), sowie die «Suite für Violoncello und Streichorchester».
Für sein bisheriges Schaffen erhielt er 2006 eine kulturelle Auszeichnung des Kantons Zürich.
Im Frühling 2005 wurde «Balada y Bulerias» für grosses Symphonieorchester in der Philharmonie St. Petersburg uraufgeführt.
Im August 2004 hatte «Eiger» eine Auftragskomposition für grosses Orchester im Rahmen der Interlakner Musikfestwochen Premiere. Es spielte das Nationale Lettische Symphonieorchester unter der Leitung von Andris Nelsons.
Im Herbst 2003 hat das Petersen Quartett, Berlin zusammen mit Gästen eine CD-Aufnahme eingespielt, die sich ganz Fabian Müllers Kammermusik für Streicher widmet. Sie erschien im Mai 2004 bei «Capriccio».
Massgeblich gefördert wurde Fabian Müller durch David Zinman, der im Januar 2001 mit dem «Tonhalle-Orchester Zürich» und mit Malena Ernman (Mezzo-Sopran) als Solistin, die Orchesterfassung seiner «Nachtgesänge» zur Uraufführung brachte. Dieses Werk wurde im April 2001 zusammen mit dem 1999 entstandenen Cellokonzert und zwei weiteren Orchesterwerken auf CD eingespielt, interpretiert durch das «Philharmonia Orchestra», London unter der Leitung von David Zinman, mit Malena Ernman, Mezzo-Sopran und Pi-Chin Chien, Violoncello.
Werdegang
Anfänglich Cellist (Lehr- und Konzertdiplom bei Claude Starck am Konservatorium Zürich) wandte sich Fabian Müller immer mehr der Komposition zu. Sein erster Kompositionslehrer war Josef Haselbach am Konservatorium in Zürich. Weitere Studien führten Müller in die USA, wo er mehrere Jahre in der Sommerakademie des «Aspen Music Festival» (Colorado) bei George Tsontakis, Jacob Druckman und Bernard Rands studierte.
1996 gewann er den Kompositionspreis (Jacob Druckman Award for Orchestral Composition) des «Aspen Music Festivals» (Colorado). Besondere Beachtung fand auch sein 1993/94 entstandenes Violinkonzert, das mit Tomasz Tomaszewski, Violine, und den «Prager Symphonikern» unter der Leitung von Marc Andreae auf CD eingespielt wurde.
Die Orchesterwerke von Fabian Müller wurden uraufgeführt oder gespielt von Dirigenten wie David Zinman, Andris Nelsons, Andrey Boreyko, Sir Roger Norrington, Christopher Hogwood, Dmitrj Liss, Marc Andreae, Ruben Gazarjan, Peter Qundijan, Gabor Takacz Nagy, Howard Griffith, u.a.
Orchester und Ensembles
Namhafte Orchester und Ensembles in Europa, den USA und Asien brachten Werke von Fabian Müller zur Aufführung, unter anderem: «Philharmonia Orchestra» London, «Tonhalle-Orchester Zürich», «Zürcher Kammerorchester», «Symphonisches Orchester Zürich», «Berner Symphonie Orchester», «Camerata Bern», «Weinberger Kammerorchester», «Orchestre de Chambre de Lausanne», «Orchestra della Svizzera Italiana», «Orchestre National de Lyon», «Österreichisch- Ungarische Haydn-Philharmonie», «Lettisches National Symphonie Orchester», «Akademisches Symphonieorchester St. Petersburg», «Prager Symphoniker», «Dvorak Sinfonie Orchester (Prag)», «E. Mikeladzne Symphony Orchestra» Georgien. «Aspen Concert Orchestra» Aspen-Festival USA, «Ernest Dohnanyi Symphonic Orchestra» Budapest, «Philharmonisches Orchester Posen» Polen, «Philharmonisches Orchester Szczecin», Polen, «Nordböhmische Philharmonie», «Thailand Philharmonic Orchestra», «Academy of Taiwan Strings», «Aspen Contemporary Ensemble», «Petersen Quartett», «Carmina Quartett», «Nathan Quartett», «Sarastro Quartett», «European String Quartett», «Raschèr Saxophon Quartett», «Zürcher Streichtrio», «Harry White Trio», «Alpha-Ensemble» u.a.
Künstlerische Leitung des Festivals «Lenzburgiade»
Fabian Müller ist zusammen mit Stephan Goerner künstlerischer Leiter des Internationalen Musik-Festivals «Lenzburgiade» auf Schloss Lenzburg in der Schweiz, das sich der Querverbindungen zwischen der klassischen Musik und den vielfältigen Folk-Traditionen Europas annimmt. (www.lenzburgiade.ch)
Musikethnologie
Nebst seiner Tätigkeit als Komponist interessiert sich Fabian Müller vor allem für Musikethnologie. 2010 hatte er eine Gast-Professur inne an der angesehensten Kunst-Universität Taiwans (Taipei National University of Arts). Auf vielen Reisen vertiefte er sein Wissen auf diesem Gebiet. Er gilt als einer der massgebenden Vordenker und Erneuerer der Schweizer Volksmusik, beschäftigt sich mit alten Quellen und ist Autor und Bearbeiter verschiedener Notensammlungen. Während zehn Jahren (1991 bis 2002) arbeitete er an der Herausgabe der Hanny Christen-Sammlung, einer zehnbändigen Volksmusik-Anthologie mit über 10`000 Melodien aus dem 19. Jahrhundert, die eine neue Ära für die Schweizer Volksmusik einleutete. Er war Gründer und Leiter (1990-2006) des Mülirad-Verlages (www.muelirad.ch) und initiierte das Schweizer Volksmusik-Institut «Haus der Volksmusik» in Altdorf (www.hausdervolksmusik.ch).