Komponist

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Konzert für Violine und Orchester (1993)

Ausschnitt aus dem CD-Booklet-Text von Mario Beretta: Das vorwiegend während der Teilnahme Müllers am Aspen Music Festival (Colorado/USA) 1992 und 1993 entstandene Violinkonzert und die 1994 in Schweden geschriebenen Kammermusik-Version der «Nachtgesänge» müssen in einem grösseren Zusammenhang gesehen werden. Die drei Lieder für Mezzo-Sopran und ein Solistenensemble nach Gedichten von Hermann Hesse stehen gleichsam für den Abschluss einer Lebensphase des Komponisten, in der die Grundmauern seiner Persönlichkeit erschüttert wurden. Das Violinkonzert beginnt im tiefsten Urgrund mit dem auf der Ganztonleiter beruhenden Hauptthema, das während des ersten Satzes immer wieder in den verschiedensten Variationen erscheint. «Die beschränkte Modulationsfähigkeit und das Statische der Ganztonleiter und des übermässigen Dreiklangs stehen für die Verzweiflung und Ausweglosigkeit. In diesen Klangmitteln steckt aber auch ein Ausgedehntsein, eine Spannung, die gerade dieses Eingeschränktsein und Am-Ort-gehen durchbrechen möchte und symbolisch gesehen eine neue Sichtweise bewirken und damit das Gefühl der Ausweglosigkeit in Hoffnung verwandeln kann». Dieser Prozess ist im Wandel des emotionalen Inhalts des Werkes deutlich spürbar. Nach der dunkel und schwer anmutenden (Ganzton-)Klangwelt des ersten Satzes - zeitweise unterbrochen von Lichtblicken, dann der meditative zweite Satz, welcher schliesslich in den von Freude und Hoffnung geprägten dritten Satz mündet.

Info

in drei Sätzen

Besetzung

2 Flöten, 2 Oboen, 1 Englisch Horn, 2 Klarinetten in B, 2 Fagotte
2 Hörner in F, 2 Trompeten in B
Pauken
Violine 1, Violine 2, Viola, Violoncello, Kontrabass
Solovioline

Aufführungsdauer

ca. 28 Minuten

Noten

Leihmaterial

JEC EFM004-LM

Aufnahme

[CD-Cover]

Marc Andreae, Dirigent

Prager Symphoniker

Tomasz Tomaszewski, Violine

MDS Classics - MDS 3001 (P 1995)

Uraufführung

am 14. März 1997 mit dem Philharmonisches Orchester Posen (Polen) mit Tomasz Tomaszewski (Solovioline) unter der Leitung von Marc Andreae.